Fotoausstellung „Antlitz der Gegenwart“

Porträtfotografien aus Österreich

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Ausstellende FotografInnen:

Bärbel Brantner, Claudia Henzler, Mark Probst,
Markus Hippmann, Nicolae Donat, Nikki Harris, Pepa Georgieva, Richard Pobaschnig

Im FotoQuartier Wien
Schlössl Kino, Margaretenstraße 127, 1050 Wien
Vernissage: Montag, 05.11.2012, 20:00 Uhr
Öffnungszeiten: 06.11. bis 22.11. 2012
Montag bis Donnerstag: 16 bis 18 Uhr

Eintritt frei

Seit Anbeginn der Fotografie spielen Porträts eine wichtige Rolle. Sie erfüllen den Wunsch der Menschen, Abbilder von bekannten Persönlichkeiten, von ihren Liebsten und vor allem von ihnen selbst, für sich und die Nachwelt festzuhalten.

Im Gegensatz zu den ersten Porträtfotografien im 19. Jahrhundert, bei denen die FotografInnen mit technischen Schwierigkeiten, langen Belichtungszeiten und hohen Kosten zu kämpfen hatten, ermöglicht es die digitale Fotografie heutzutage, schnell und günstig Porträtaufnahmen herzustellen. Soziale Netzwerke bieten den Raum für zahllose Möglichkeiten der Selbstinszenierung, die häufig im Medium der Fotografie ihren Ausdruck finden. So ist Porträtfotografie heute allgegenwärtig.

Diese Entwicklung führt zu einer schieren Flut an Porträtfotos, die den Blick der BetrachterInnen durch stereotype Darstellungsformen schnell ermüden lassen. Im Gegensatz dazu laden PorträtfotografInnen mit einer künstlerischen Ausrichtung ihre Werke mit mehr Bedeutung auf. Sie setzen der Massenware Porträtfotografien entgegen, die auf einem entsprechenden künstlerischen Konzept und damit verbundenem handwerklichen Können beruhen. Sie stehen so in bester fotografischer Tradition in einer Sparte, die seit über hundertfünzig Jahren besteht. So bestach der französische Fotograf Nadar (eig. Gaspard-Félix Tournachon) besonders durch die Porträtaufnahmen, die er von Freunden und Ikonen seiner Zeit, wie Charles Baudelaire, Sarah Bernardt oder Claude Monet bereits um 1860 schuf.

Die Fotoausstellung „ANTLITZ DER GEGENWART – Porträtfotografien aus Österreich“ widmet sich der dokumentarischen Porträtfotografie. Ihr bedeutender Wegbereiter, der deutsche Fotograf August Sander, veröffentlichte 1929 unter dem Titel „Antlitz der Zeit“ seine erste Buchpublikation, in der sechzig Porträtfotografien aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten abgebildet sind. Mit diesen Porträts wollte er einen Spiegel der damaligen Gesellschaft kreieren. Er schuf Kategorien, anhand derer er bestimmte Berufsfelder und Gesellschaftsgruppen als Motive für seine Porträts auswählte. Die Fotografien entstanden nicht im Studio, sondern im direkten Lebensumfeld der Abgebildeten. Die Lichtbilder sollten nicht nur das einzelne Individuum darstellen, sondern auch dessen Umgebung einbinden, damit jede einzelne Fotografie einen „Menschentypus“ repräsentiert. So wurde etwa „Der Bäcker“ von August Sander direkt beim Kneten des Teiges eingefangen.

In diesem Sinne ließen sich die FotografInnen der Ausstellung „ANTLITZ DER GEGENWART“ von August Sander inspirieren. Auch sie haben Menschen in ihrem aktuellen Lebensumfeld porträtiert. Allerdings haben die ausstellenden FotografInnen nicht mehr den Anspruch, mit ihren Fotos einen „Menschentypus“ abzubilden, sondern gehen vielmehr auf das Besondere an den Personen ein, die in ihren Fotografien zu sehen sind. Es handelt sich dabei um Menschen, die in Österreich, im Kosovo oder auch in Tansania leben. Wenngleich die ausgestellten Fotografien von der Herangehensweise und der Umgebung stark variieren, so gibt es ein Element, das alle Bilder der Ausstellung eint. Alle FotografInnen nutzten für ihre Bilder das vorhandene Licht der Umgebung, egal ob die Porträtierten an ihren Wohnorten, Arbeitsplätzen oder bei diversen Freizeitaktivitäten abgelichtet wurden.

Zusätzlich wird im Rahmen der Ausstellung ein „Porträtmarathon“ stattfinden. Am Wochenende vom 10.-11. November 2012 können sich interessierte Personen – nach entsprechender Voranmeldung – vor Ort porträtieren lassen. Die dabei entstandenen Porträts werden zu einem Teil der Fotoausstellung „ANTLITZ DER GEGENWART – Porträtfotografien aus Österreich“ und sind bis zum Ende der Ausstellung im FotoQuartier zu sehen.