heim/at

Im Juli 2012 haben im Rahmen der Agora Marktbiennale am Vorgartenmarkt ausgestellt
René Baumgartner, Pepa Georgieva, Ritchy Pop, Ida Räther, Bärbel Brantner

heimat/splitter

So, da bin ich eben angekommen, das wird also meine neue Heimat sein. Der Fleck Erde, um den sich mein Leben spinnen wird, wo ich Freunde finden und wieder verlieren werde, Einsamkeit erleben. In der Masse derer, die denken, hier beheimatet zu sein sei ihr Vorrecht, untertauchen, eintauchen. Nicht untergehen! Bekanntlich schwimmt ja nur ein toter Fisch mit dem Strom.

heim/at zwei ist keine weltweite Community, sondern deine neue heim/at. Wird der Begriff Heimat in Zeiten der Globalisierung nicht ad absurdum geführt? Oder sehnen sich die Menschen wieder nach dem real life, weil Kommunikation von Angesicht zu Angesicht eine knappe Ressource geworden ist? Wir versuchen den Menschen “Agoras” zurückzugeben, freie Plätze, auf denen heim/at wieder Stadt finden kann.

Die eigentliche Aufgabe des Marktes ist genau diese: ein Treffpunkt zu sein, der auch eine Heimat sein kann.

heim/at/grenze

Erlauben wir es Menschen, die in Österreich ihre heim/at zwei finden, ihre Heimat mitzubringen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen dem Leben von Gewohnheiten und Bräuchen aus dem Herkunftsland und “Parallelgesellschaft”? 20% der Wienerinnen und Wiener sind nicht in Österreich geboren.

Heimat problematisch

Heimatvertrieben * Heimatlos * Heimat Blut und Boden * Heimatpathos * Heimatschutz * Heimatehre * Heimatfilm * Heimatsouvenier *

Unter Heimat kann ich mir keinen Ort vorstellen, kein Land, keine Stadt, keine Sprache, keine Religion. Überhaupt es ist für mich sehr schwer, mir eine “Heimat” vorzustellen. Leicht geht es mir mit dem Wort Heim: sich zu Hause fühlen — sein — nach Hause gekommen sein… Es ist ein Gefühl der Sicherheit, des Verstanden- und Angenommenseins. Ein Gefühl „ich darf so sein, wie ich gerade bin“, ein „Zu Hause sein“- Gefühl entsteht, wenn die Geborgenheit da ist. Für mich ist mein zu Hause dort, wo ich mit all meinen “Schatten” angenommen werde — sei es mit Freunden oder in der Familie. Es kann auch ein
„ich verstehe dich“ in den Augen eines Gegenübers sein,
„Ich weiß, was du meinst…“,
“Du bist O.K., so wie du bist”…

HEIMAT!

Meine ersten Gehversuche ins Leben. Wo ich
*    mich zum ersten Mal mit dem Leben auseinandergesetzt habe.
*    angefangen habe zu träumen.
*    meine ersten Fehler gemacht habe.
*    meine erste Sätze geschrieben habe.

heim/at ist Hier und Jetzt. Wo ICH sein kann.

 
Konzept AGORA Juli 2012 Download